Maulkorb – damit sich Mensch und Hund sicher fühlen können

Aktualisiert am: 23. Juli 2021

Der Maulkorb für Hunde stellt für viele Besitzer leider immer noch ein emotionales Thema dar. Aber es gibt für manche Situationen oder einige spezielle Orten eine Maulkorbpflicht, die es zwingend einzuhalten gilt. Schon alleine deshalb sollten sich alle Hundehalter mit dem Thema „Maulkorb“ auseinandersetzen.

Weiterhin gibt es tatsächlich Hunde, die mit Beschädigungsabsicht andere Artgenossen, Tiere oder sogar Menschen angreifen. Die Motivation dazu ist unterschiedlich, dennoch muss jeder Hundebesitzer darauf achten, dass keinerlei Gefahr von seinem Tier ausgeht. Ein Maulkorb kann dabei gute Dienste leisten.

Maulkörbe Testsieger 2021

Bewertung: 4.5 von 5 Sternen

Eigenschaften: Weicher und biegsamer Maulkorb aus thermoplastischem Kunststoff, mit Polsterung aus Neopren im Nasenbereich, mit Sicherheitsriemen am Kopf, in mehreren Standardgrößen erhältlich

Wirksamer Schutz gegen unliebsame Bisse: Der Baskerville Ultra Muzzle

Maulkorb für Hunde bietet den optimalen Beißschutz für die Umwelt. Das Produkt ist so konzipiert, dass der Hund nicht nur trinken, sondern auch fressen kann. Durch besondere Öffnungen können auch Leckerchen zur Belohnung gegeben werden.
Käufer dieses Produktes erwähnten vor allem positiv, dass dieses patentierte Material im Nachhinein der Form an die Hundeschnauze angepasst werden kann. Dazu muss der Baskerville Ultra Muzzle-Maulkorb einige Zeit in warmes Wasser gelegt werden. Danach kann die Form vor allem in der Breite verändert werden.
Die meisten Hunde waren dank der Sicherheitsriemen am Kopf nicht in der Lage, sich den Maulkorb abzustreifen. Der Hundehalter kann dadurch mit einem relativen Sicherheitsgefühl mit seinem Vierbeiner unterwegs sein.
Einige Kunden bemängelten, dass durch große Öffnungen im vorderen Bereich eventuell Giftköder aufgenommen werden könnten. Als Giftköderschutz wurde dieser Maulkorb aber nicht entwickelt.
Abhilfe haben sich die Hundehalter dadurch verschafft, in dem sie die vorderen Löcher verschlossen haben. Als Beißschutz ist er aber sehr zu empfehlen.
Ausgeliefert wird dieses Produkt ohne jeglichen Schutz am Nasenbereich. Wer einen empfindlichen Hund hat, kann aber selbst einen Schutz im Innenbereich des Maulkorbes anbringen. Am besten eignen sich hierfür Fleece oder Neopren.
Leider wird der Baskerville Ultra Muzzle Maulkorb nur in sechs verschiedenen Größen hergestellt. Die Maße sind in einer Tabelle angegeben und sorgen laut der Rezensionen für eine gute Passgenauigkeit.
Wer sich mit seinen speziellen Angaben in der Tabelle nicht wiederfindet, sollte auf ein anderes Produkt ausweichen. Gerade bei Mischlingen sind die Angaben der typischen Hunderassen bei den einzelnen Größen des Maulkorbs nicht hilfreich.
Einige wenige Kunden-Hunde hatten es aber doch geschafft, den Maulkorb an der Unterseite durchzubeißen. Deshalb ist auf jeden Fall zu empfehlen, dass der Maulkorb in der ersten Zeit nur unter Aufsicht getragen werden sollte. Erst wenn sich der Vierbeiner sicher an den „Fremdkörper“ gewöhnt hat, kann er sicher in gefährlichen Situationen aufgezogen werden.

Vorteile:
  • Robustes Material (thermoplastischer Kunststoff)
  • Kann im Nachhinein geformt werden
  • Hohe Sicherheit durch zusätzliche Riemen
  • Wird am Halsband befestigt
  • Leckerchen-Gabe möglich
Nachteile:
  • Lediglich sechs Größen im Angebot

Bewertung: 4.5 von 5 Sternen

Eigenschaften: Robuster Maulkorb aus thermoplastischem Kunststoff, mit stufenlos verstellbaren Nylonbändern zur optimalen Befestigung, integrierter und variabel einsetzbarer Giftköderschutz, erhältlich in sechs Größen

Hunde Maulkorb mit integriertem Giftköderschutz: Der HUNTER ALBURY Hundemaulkorb

wird von Kunden sehr gerne benutzt, da dieser Maulkorb mit einem variablen Giftköderschutz ausgeliefert wird. Dieses Plastik-Zusatzteil wird mithilfe von Knöpfen einfach in den hinteren Bereich des Maulkorbes befestigt. Somit kann der Hund keine Substanzen aufnehmen.
Allerdings bemängeln einige Kunden, dass dieser Giftköderschutz nach einigen Malen im Gebrauch brüchig wurde und nicht beim Hersteller einzeln nachbestellt werden kann.
Alles in allem passt der HUNTER ALBURY Hundemaulkorb aber den gängigsten Hunderassen sehr gut. Der Hundehalter wird vor dem Kauf angehalten, neben der Nasenlänge und dem Nasenumfang auch den Halsumfang zu messen. Dadurch wird eine bessere Passform am Hund garantiert.
Hundehalter, deren Hunde keine typische Hundenase aufweisen, müssen sich für die nächst größere oder nächst kleinere Variante entscheiden. Die meisten Hundehalter hatten aber Glück, dass das Ersatzmodell trotzdem gut passte.

Vorteile:
  • Integrierter Giftköderschutz
  • Gute Passform bei gängigen Hunderassen
  • Stufenlos verstellbare Sicherheitsriemen
  • Gabe von Leckerlies möglich
Nachteile:
  • Giftköderschutz kann nicht einzeln nachbestellt werden

Bewertung: 4 von 5 Sternen

Eigenschaften: starker und widerstandsfähiger Maulkorb aus Kunststoff, mit ergonomischer Form, besonders leicht (120 g), stufenlos einstellbare Sicherheitsriemen

Besonders leicht mit hohem Tragekomfort: Der Croci C5020193 Lupo Maulkorb

besticht durch sein sehr leichtes Tragegewicht. Dies erhöht die Akzeptanz, weil der Maulkorb vom Hund so weniger als Fremdkörper empfunden wird. Mit einem stufenlos verstellbaren Riemen wird der Beißkorb hinter den Ohren befestigt.
Die meisten Kunden benutzten diesen Maulkorb als Fressschutz für Giftköder, da er durch das geringe Gewicht besonders angenehm zu tragen ist. Im Vorderbereich weist der Maulkorb lediglich kleine Löcher im Gitter auf, sodass die Wahrscheinlichkeit, dass der Hund etwas vom Boden aufnimmt, sehr gering ist.
Einige Kunden hatten nach Ansicht des Produktes kein großes Vertrauen in den Maulkorb, weil er in der Gestaltung recht dünn wirkt. Auch der dünne Plastikverschluss des Sicherheitsriemens wirkt nicht besonders stabil und dadurch nicht vertrauenerweckend.
Bei einem ungefährlichen Hund, der den Maulkorb vor allem zur Einhaltung der Maulkorbpflicht tragen soll, ist er hingegen eine gute Lösung. Wenn der Hund den Maulkorb akzeptiert hat und nicht herunterstreifen wird, bietet er einen soliden Schutz.

Vorteile:
  • Leicht im Gewicht (120 g)
  • Gute Passform bei gängigen Hundeschnauzen
  • Ideal als Giftköderschutz
Nachteile:
  • Nicht sehr stabil

Maulkorb kaufen – so findet man das richtige Modell

Maulkörbe gibt es mittlerweile in vielen Formen und Materialien zu kaufen. Nicht immer kommt es dabei auf den Geschmack des Besitzers an, sondern die Funktionalität sollte im Vordergrund stehen.

Es gibt harmlose Hunde, die aber gesetzlich dazu verpflichtet sind, einen Maulkorb zu tragen. In diesem Fall dient der Maulkorb eher der Optik, um die Vorschriften einzuhalten.

Weiterhin gibt es aber auch Hunde, die ein höheres Aggressionspotenzial mit sich tragen und einen solchen Beißkorb tatsächlich als Schutz für die Umwelt tragen müssen. In diesem Fall sind die Anforderungen an das Produkt natürlich deutlich höher.

Aus diesem Material können Maulkörbe bestehen

Die Hersteller von Hundezubehör-Artikeln bieten eine Vielzahl von Beißkörben in unterschiedlichen Materialien an. Hauptsächlich können Hundehalter unter folgenden Materialien wählen:

  • Echt-Leder: Maulkörbe aus echtem Leder sind sehr gefragt und bieten auch einen relativ guten Schutz. Sie sind vor allen Dingen angenehm auf dem Nasenrücken des Hundes zu tragen und müssen nur selten zusätzlich gepolstert werden. Allerdings sind sie auch sehr biegsam und geschickte Hunde könnten dennoch kleine Beschädigungen vornehmen, indem sie ihre Schnauze am Objekt andrücken.
  • Kunststoff: Maulkörbe aus Kunststoffen sind in erster Linie sehr hygienisch, da sie einfach zu säubern sind. Sie sind etwas stabiler als Leder-Maulkörbe und je nach Kunststoff-Material nicht so biegsam. Kunststoffe sind nicht so langlebig wie Leder, da besonders beanspruchte Stellen schneller verschleißen.
  • Draht: Wer auf Nummer sicher gehen möchte, dass sein Hund niemals die Zähne einsetzen kann, sollte einen Draht-Maulkorb wählen. Solch ein Korb behält immer seine Form und bei einer guten Sicherung um die Hundeschnauze ist ein Beißen so gut wie ausgeschlossen. Allerdings können unberechenbare Hunde mit dem Metall-Korb den Menschen oder ein anderes Tier stoßen. Dann gibt es zwar keine Bisswunde, aber einen blauen Fleck.

Diese Anforderungen gelten für Maulkörbe

Da Maulkörbe in der Regel über einen längeren Zeitraum getragen werden müssen, sollten die Modelle tierschutzkonform angefertigt sein. Der Hund darf zu keiner Zeit leiden und muss ihn ohne Beeinträchtigungen tragen können.

In erster Linie ist es wichtig, dass der Hund beim Tragen des Maulkorbes normal atmen und vor allen Dingen auch hecheln kann. Für Vierbeiner ist das Hecheln sehr wichtig, da sie kaum schwitzen können und damit ihre Temperatur ausgleichen.

Auch ein aufgeregter Hund hechelt sehr oft. Das trifft besonders zu, wenn er genau aus diesem Grund einen Maulkorb tragen muss.

Weiterhin sollte der Hund mit einem Maulkorb problemlos trinken können. Dieses ist bei fast allen Maulkörben gegeben, da sie wegen der Luftzirkulation mehr oder weniger löchrig sind.

Die Futteraufnahme ist nur bei den wenigsten Modellen möglich. Der Hundehalter kann aber zur positiven Verstärkung ein Leckerchen durch die zahlreichen Öffnungen schieben. Einige Produkte haben sogar ein kleines Loch im vorderen Bereich des Korbes, um beispielsweise eine Futtertube zur Belohnung durchzustecken.

Ein gut sitzender Maulkorb darf dem Hund keinerlei Schmerzen bereiten. Dabei sollte ein großes Augenmerk auf den Nasenrücken gelegt werden. Unbiegsame Maulkörbe sind daher oftmals mit einer Polsterung an der Stelle versehen, die am Nasenrücken aufliegt.

Ein Beißkorb sollte so am Hund befestigt werden, dass er ihn nicht selbstständig abstreifen kann. Viele Vierbeiner versuchen natürlich besonders in der Anfangsphase des Trainings den Fremdkörper an der Schnauze zu entfernen.

Daher gibt es bei den meisten Modellen einen sogenannten Kopfriemen, der über die Stirn zum Halsband führt und dort befestigt werden kann. Zwei weitere Riemen führen seitlich am Kopf des Hundes vorbei und werden am Nacken verbunden. Damit ist die Wahrscheinlichkeit des Abstreifens sehr gering.

Ist eine Maulschlaufe einem Maulkorb gleichzusetzen?

Eine Maulschlaufe besteht in den meisten Fällen aus Nylon ohne Luft-zirkulierende Löcher. Mit diesem Stück Stoff wird die Schnauze des Hundes eng umwickelt und mit einem Klettverschluss verschlossen. In der Regel schaut die Nasenspitze aus der Maulschlaufe heraus.

Die Idee hinter einer Maulschlaufe ist, dass der Hund sein Maul gar nicht mehr öffnen und somit auch nicht beißen kann. Außerdem ist solch eine Schlaufe sehr schnell am Tier angebracht.

Die Schlaufe ist dafür gedacht, um für eine sehr kurze Zeit den Vierbeiner am Beißen zu hindern. Ein guter Grund ist beispielsweise der Besuch beim Tierarzt, wenn der Hund wegen der Behandlung plötzlich Panik bekommt und um sich beißen möchte. Auch ein verletzter Hund kann so kurzzeitig außer Gefecht gesetzt werden, damit er behandelt werden kann.

Ein längerer Gebrauch ist hingegen tierschutzwidrig, da der Hund nicht normal atmen oder hecheln kann. Vor allem darf er sich damit auf gar keinen Fall körperlich anstrengen oder sogar Hundesport betreiben. Das könnte ernsthafte gesundheitliche Folgen nach sich ziehen.

Wie wird die richtige Größe vom Maulkorb für den Hund ermittelt?

Hundeschnauze ist nicht gleich Hundeschnauze. Sie unterscheiden sich in der Länge und der Breite. Da ein Maulkorb wirklich passgenau aufgezogen werden sollte, ist die Ermittlung der Größe sehr wichtig. Die meisten Hersteller geben zu ihren Produkten Anleitungen heraus, wie der Hundehalter die Hundeschnauze ausmessen kann.

Dabei kommt es hauptsächlich auf folgende Größen an:

  • Länge der Schnauze: Hier wird vor allen Dingen die Länge des Nasenrückens ermittelt. Begonnen wird zwei Fingerbreit unter den Augen bis zur Nasenspitze. Anschließend werden zu diesem Wert 1 bis 2 Zentimeter zu addiert, da die Hundeschnauze nicht gegen das Ende vom Maulkorb stoßen sollte.
  • Schnauzenumfang unter den Augen: Am besten arbeitet der Hundehalter hier mit einem flexiblen Zentimetermaß. Auch hier sollten 1 oder 2 Zentimeter zu addiert werden, damit der Maulkorb an dieser Stelle locker sitzt und nicht am Nasenrücken scheuern kann.
  • Umfang bei komplett geöffneter Schnauze: Es ist nicht einfach diesen Wert zu ermitteln, aber dennoch ist er wichtig. Trägt der Hund den Maulkorb, sollte er in der Lage sein, seine Schnauze sehr weit zu öffnen. Ein Gähnen – eine Übersprungshandlung, die besonders beim Tragen eines Beißkorbes vorkommen kann – sollte ermöglicht werden.

Mithilfe der drei Werte kann der perfekt sitzende Maulkorb ausgewählt werden. Viele Hersteller bieten bei den Produktbeschreibungen mindestens zwei dieser Angaben als Tabelle an. Der Hundehalter sollte diese Tabellen genauestens studieren und einen geeigneten Korb heraussuchen.

Die Hersteller richten sich oftmals nach den Rassehunde-Standards und fertigen Maulkörbe nach diesen Angaben an. Als Beispiel sind manchmal auch Rassehunde zusätzlich angegeben. Der Hundehalter sollte sich aber darüber im Klaren sein, dass sein Hund – egal ob Rassehunde oder Mischling – aus der Reihe fallen kann.

Bei einigen Hunderassen gestaltet es sich sehr schwer, einen geeigneten und vor allen Dingen passenden Maulkorb zu finden. Darunter fallen besonders:

  • sehr kleine Hunde
  • Langnasenhunde wie Windhunde
  • Kurznasen-Hunde wie Mops und Co.

Wer seinen Hund in keiner Tabelle wiederfindet, sollte sich einen Hersteller suchen, der Maßanfertigung für Maulkörbe anbietet. Dann wird der Beißschutz speziell für den eigenen Hund in Auftrag gegeben und hergestellt.

Maulkörbe mit Giftköderschutz

Leider gibt es immer mehr Giftköder, die an beliebten Hunde-Gassistrecken ausgelegt werden. Berechtigterweise haben viele Hundehalter Angst davor, dass der eigene Hund einen solchen Köder fressen könnte. Wer also einen wahren „Staubsauger“-Hund besitzt, kann als Schutz einen leichten Maulkorb einsetzen.

Viele Hersteller bieten als Zusatzteil einen speziellen Giftköderschutz an. Dabei handelt es sich um eine dichte Einlage, die am Ende des Maulkorbes befestigt wird. Dadurch werden die normalen Löcher des Maulkorbs im vorderen Bereich beseitigt. Der Hund kann also auch durch Drücken des Korbes auf den Boden keinerlei Dinge aufnehmen.

Ist die Gefahr vorbei oder möchte der Hundehalter mit seinem Hund trainieren und die Leckerchen-Gabe wieder möglich machen, kann der Giftköderschutz einfach aus dem Maulkorb entfernt werden.

Es gibt aber auch einen reinen Giftköder-Maulkorb, der lediglich aus einem einfachen Netz besteht. Solch ein Anti-Fress-Maulkorb ist aber nur zur Giftköder-Abwehr geeignet. Er bietet keinerlei Schutz gegen ein mögliches Beißen.

Maulkorbtraining – so gewöhnt sich der Hund daran

Der Hund sollte den Maulkorb gerne tragen. Daher ist es wichtig, dass der Hundehalter den Beißschutz langsam an den Hund heranführt.

Er sollte auf keinen Fall den Maulkorb einfach über die Hundeschnauze stülpen und den Hund damit überfordern. Nur wenn der Vierbeiner den Maulkorb als eine ganz normale Sache ansieht, kann er sich im Alltag hundgerecht bewegen.

Am einfachsten gestaltet sich das Training mithilfe Futterstücken oder Leckerlies. Diese sollten einfach in den Maulkorb gelegt werden und der Hund darf sie sich nehmen. Dadurch gewöhnt er sich sehr schnell daran, seinen Kopf in den Korb zu legen und wird zeitgleich positiv bestärkt.

Der zweite Schritt besteht darin, dass die Schnauze des Hundes eine längere Zeit im Maulkorb verweilt. Dafür kann beispielsweise Leberwurst an die Innenseite des Korbes gestrichen werden. Der Hund wird lange daran schlecken und sich immer mehr an den Maulkorb gewöhnen.

Wenn das alles gut klappt, kann der Hundehalter die Riemen einmal kurz am Halsband befestigen. Zuerst sollte der Hund nur eine sehr kurze Zeit mit dem Maulkorb laufen. Die Abstände werden von Zeit zu Zeit erhöht, bis der Hund den Maulkorb komplett akzeptiert. Erst dann sollte der Spaziergang auf der Straße erfolgen.

Maulkorbpflicht – In diesen Situationen muss der Hund einen Maulkorb tragen

Natürlich gibt es auch verantwortungsvolle Hundehalter, die ihre Umwelt schützen, weil sie wissen, dass sie einen unverträglichen Vierbeiner an der Seite haben. Jeder Hundebesitzer sollte sich darüber im Klaren sein, dass er für jeden Schaden, den sein Hund anrichtet, aufkommen muss.

Es gilt rein rechtlich die Gefährdungshaftung. Das bedeutet, dass der Gesetzgeber davon ausgeht, dass jedes Tier eine sogenannte Gefahr ausstrahlt. Diese Tiergefahr ist sogar oftmals verschuldensunabhängig.

Eine einheitliche Regelung für eine Maulkorbpflicht gibt es in Deutschland hingegen nicht. Jedes Bundesland und teilweise sogar jede Gemeinde handhabt die Pflicht zum Tragen eines Maulkorbes anders.

Üblicherweise gilt in folgenden Bereichen die Maulkorbpflicht:

  • Listenhunde: Wurde ein Hund als Listenhund eingeschätzt, so gilt für ihn normalerweise eine Maulkorbpflicht außerhalb des befriedeten Grundstücks. Meistens wird auch noch eine Leinenpflicht verhängt. In einigen Bundesländern oder Gemeinden kann die Maulkorbpflicht aufgehoben werden, wenn der Hund einen Wesenstest besteht.
  • Gefährliche Hunde: Als gefährlich wird ein Hund eingestuft, wenn er einmal in beschädigender Absicht ein anderes Tier oder einen Menschen verletzt hat und es zur Anzeige gekommen ist. Dann werden normalerweise die gleichen Auflagen verhängt, wie sie für Listenhunde auferlegt werden.
  • In öffentlichen Verkehrsmitteln: Im Gedränge in öffentlichen Verkehrsmitteln fühlen sich Hunde oftmals bedrängt und könnten um sich schnappen. Damit jeder Passagier gefahrlos mitfahren kann, wurde die Maulkorbpflicht für alle Hunde erlassen.
  • Bei Menschenansammlungen: Werden Hunde an viel frequentierten Orten mitgeführt, wie beispielsweise Versammlungen, Fahrstühle, Demonstrationen, Wochenmärkten usw., kann die Gemeinde eine allgemeine Maulkorbpflicht für alle Hunde aussprechen.

In den jeweiligen Landeshundegesetzen und Gemeindeverordnungen können die genauen Bestimmungen nachgelesen werden. Diese können je nach öffentlichen Vorkommnissen auch schnell einmal geändert werden. Daher sollte sich jeder Hundehalter immer wieder über die aktuelle Gesetzeslage informieren.

Dies gilt auch, wenn eine Urlaubsfahrt in das Ausland mit dem Hund geplant ist. Gerade in Österreich ist in der letzten Zeit aufgrund eines Beißvorfalls mit einem kleinen Kind die Maulkorbpflicht auf viele Bereiche erweitert worden. In Wien beispielsweise muss aktuell jeder Hund auf öffentlichen Orten einen Beißkorb tragen – egal ob er gefährlich oder ein kleiner Schoßhund ist.

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Letzte Aktualisierung am 24.07.2021 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API